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Wer mit wem zusammen will

Die Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt berieten im Marienheim über die künftige Zusammenlegung der Gemeinden zu einer großen Raumschaft ab. Das Votum fiel eindeutig aus.

Von Vermutungen geprägt war die jüngste Sitzung der Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt im Marienheim. Das Gremium umfasst rund 50 Personen und besteht aus den Kirchengemeinderätinnen und -räten der Kirchengemeinden in der Stadtkirche St. Blasius, St. Michael am Wenzelstein, Gamerschwang, Heufelden, Nasgenstadt, Kirchbierlingen und Kirchen. Einziger Tagesordnungspunkt der Zusammenkunft war das von der Diözese Rottenburg-Stuttgart anberaumte Verfahren, die Kirchengemeinden zu so genannten Raumschaften zusammenzuführen. Der neu gewählte Bischof Klaus Krämer treibt dieses Verfahren voran, das bis 2030 abgeschlossen sein soll.

Diese Zusammenlegung ist dem Umstand geschuldet, dass die katholische Kirche genauso wie die Protestanten in den vergangenen Jahren immer mehr Kirchenaustritte zu verzeichnen hat. Ohne zahlende Kirchenmitglieder schrumpft auch der Geldtopf, aus dem kirchliches Personal, caritative Leistungen und der Unterhalt der Gebäude bezahlt werden könnte. Die katholische Kirche hat zudem das Problem, dass sie über immer weniger Priester verfügt, die einer Gemeinde voranstehen können. Bisher bestehen in der Diözese 1020 kleine Kirchengemeinden, die zu 50 bis 80 Raumschaften zusammengelegt werden sollen. Ziel ist es, die Seelsorger und Ehrenamtlichen von Verwaltungsaufgaben zu befreien. Dieses Zukunftsprojekt unter dem Oberbegriff „Seelsorge in neuen Strukturen“ wurde bereits in der Kirche St. Michael vorgestellt.

Von Unsicherheit geprägt

Nun ging die Seelsorgeeinheit den nächsten Schritt und gab ein Votum ab, mit welchen Kirchengemeinden sie sich am liebsten zusammentun möchte, um die geforderten drei bis sieben Großgemeinden des Dekanates Ehingen-Alb-Donau bilden zu können. Die Ratsmitglieder trafen sich im Plenum und in Kleingruppen. Dabei waren die Diskussionen von der Unsicherheit geprägt, wie sich andere Kirchengemeinden einen Zusammenschluss vorstellen könnten. Solche Unsicherheiten ähnelten den Überlegungen, die schon Kindergartenkinder anstellen. „Was passiert, wenn ich mit diesem oder jenem Freund zusammen sein will und der will aber nicht mit mir?“ Es war also unklar, ob und wie sich benachbarte Kirchengemeinden wie die Alb-Gemeinden, Schelklingen oder Munderkingen entschieden haben oder entscheiden würden. Zumal Ehingen in dem Prozess schon ziemlich weit ist, während in Schelklingen und Obermarchtal die „Kirche der Zukunft“ noch gar nicht vorgestellt wurde. Geschweige denn, diese Gemeinden hätten bereits ein Votum abgegeben.

Nach der Vorstellung des Projektes in St. Michael zeigte jedoch das abgefragte Stimmungsbild, dass man für die Zukunft „nicht zu klein und nicht zu groß“ werden möchte. Ein großer Zusammenschluss mit Ehingen-Alb, Donau-Winkel, Schelklingen und Donau-Riss wurde deshalb schnell ausgeschlossen. Auch kleine Möglichkeiten wie Ehingen und die Alb schienen nicht zukunftsfähig. Deshalb stellte Pfarrer Harald Gehrig nach den Diskussionen im Plenum zwei Optionen in den Raum, über die mittels Punktevergabe abgestimmt werden sollte. Eine Variante war der Zusammenschluss von Ehingen-Stadt, Ehingen-Alb, Allmendingen, Schelklingen und Schmiechen, was eine Raumschaft mit 17.618 Katholiken wäre. Die zweite, größere Variante mit 25.967 Christen schloss zudem die Seelsorgeeinheit Donau-Winkel und Marchtal mit ein.

Bischof hat das letzte Wort

Das Stimmungsbild zeigte, dass man gerne mit denjenigen zusammengehen möchte, „die willig sind, mit uns zusammenzugehen“. Wobei unklar war, wer von den anderen mit wem möchte. Deutlich wurde die „ausgestreckte Hand“ in alle Richtungen. Bei der Punkteabstimmung war die kleinere Variante der Favorit. In einer abschließenden Runde mussten die einzelnen Kirchengemeinden noch abstimmen, ob sie für oder gegen die favorisierte Variante sind, um gegenüber der Diözese ein einheitliches Votum abgeben zu können. Sie entschieden sich für die Raumschaft mit der Alb, Allmendingen, Schelklingen und Schmiechen. Bei all den Abstimmungen war klar, dass der Bischof das letzte Wort hat und der Entscheidungsprozess jetzt im Bischöflichen Ordinariat liegt.

Text und Foto: Christina Kirsch, SWP

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